Monat: September 2014

Passierschein A38

In: 8:30

Promovieren ist an zig Formulalitäten gebunden. Neben der Graduate School muss man sich auch an der Uni registrieren – was den Vorteil haben kann dass man den Studentstatus behält wenn man möchte – man muss sich zwei weitere „Advisors“ neben den eigentlichen Betreuern suchen und diese in regelmäßigen Abständen von den Fortschritten der Arbeit berichten. Das wird gerne mal vertagt. Die Organisation, die Vorbereitung, sie entsprechen nicht dem normalen Laboralltag sind daher nicht sonderlich angenehm. Sie rauben auch unglaublich viel Zeit, vor allem wenn man keinen beruhigten Arbeitsplatz hat kommen eigentlich nur die Abendstunden in Frage, wenn alle schon gegangen sind. Und zu Guter letzt hat man auch einen gewissen Stolz, etwas präsentieren zu wollen dass auch präsentabel ist. Einfach ein paar tolle Daten zeigen. DAS wär’s.

Ich sage manchmal, dass man sich in einer Doktorarbeit manchmal wie in einem Hamsterrad fühlt. Man tritt und tritt und kommt nicht weiter. Und wenn die Daten auf sich warten lassen, wenn alles was man anfasst schief geht, dann tritt man nur noch schneller. Klüger wäre es, auszusteigen, zu erkennen: Ja, das ist ein Hamsterrad, ich werde da nicht vorwärts kommen. Das ist vielleicht auch die Kunst. Das ist die Einsicht, die man in der Doktorarbeit, ja, im ganzen Leben, haben sollte.

Irgendwann wirst du bekloppt. Irgendwann willst du nur noch Schaukeln, am Daumen lutschen. Eigentlich brauchst du jemanden, der dich aus diesem Laufrad zerrt bist du lernst, es alleine zu schaffen.

Ich habe dieser Tage so ein Meeting gehabt. Ich habe das, was ich bislang so erforscht hatte in einem Report zusammengefasst, dann habe ich eine Präsentation gegeben. Wie eine kleine Doktorarbeit mit Verteidigung. Was das Schreiben von wissenschaftlichen Texten und auch Präsentationen angeht macht mir niemand so schnell was vor. Das KANN ich. Souverän aus einem Meeting gehen, bei dem du offenbaren musstest, dass alles was du in den letzten zwei Jahren getan hast für die Katz war – darauf bin ich ein bisschen stolz.

Out: 16:00

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Sucht

In: 9:10

Ich habe mich heute arbeitssuchend gemeldet. Am 31.12. läuft mein Vertrag aus, wie genau es dann weiter geht weiß ich noch nicht, daher muss ich mich frühzeitig darum kümmern, dass alles hübsch deutsch-bürokratisch funktioniert. Ich habe ein paar Minuten am Telefon einer launigen Musik gelauscht. Sie sagen einem am Telefon, dass man sich auch online arbeitssuchend melden kann. Während ich also der launigen Musik lauschte, suchte ich online nach der Arbeitssuchendmeldung. Ich fand sie nicht. Mag sein dass es Montag war, mag sein, dass ich mich zu doof anstellte, aber ich konnte sie nicht finden.

Die Frau am Telefon war dann aber auch sehr nett. Sie erwähnte mit keinem Wort, dass ich mich auch online darum hätte kümmern können. Sie fluchte nur ein bisschen über ihr Programm, das zu langsam war. Sie fragte mich ein paar grundsätzliche Dinge. Beruf und derzeitige Arbeit. Ich sagte ich sei „Doktorandin in der Biologie“. Sie suchte ein bisschen. „Doktorandin kann ich hier nicht finden.“ Wir blieben bei Biologin. Eigentlich bin ich ja Zellbiologin – oder so. Man könnte mich auch mit Biomedizinerin rufen, da hätte ich nichts gegen. Molekularbiologin mag ich nicht so gerne. Ich verwende Molbio nur als Tool. Biochemikerin könnte ich auch sein, so ein bisschen, aber ich habe seit fünf Jahren keine Enzymaktivität mehr gemessen. Vielleicht bin ich auch Biotechnologin, das ist mein letzter Abschluss. Wenn Leute die Straße blockieren, weil sie nach einem Auffahrunfall auf die Spurensicherung warten, berufe ich mich auch gerne auf meine Forensikkurse um sie gerechtfertigter Weise zu beschimpfen.

Aber egal was ich bin, ich bin nun arbeitssuchend. Ich bin damit klüger als drei meiner Kollegen, die sich zu spät arbeitssuchend gemeldet haben. Weil sie glaubten – oder glauben sollten – dass es noch weiter geht. Auch ich habe das geglaubt. Mir geht es damit besser als den Doktoranden, die die letzten Jahre auf einem Stipendium gesessen haben. Die dürfen gleich Hartz IV beantragen. Da kenne ich so einige. Trotzdem ist es ein komisches Gefühl, plötzlich auf der Suche zu sein. Bis gestern war man noch zielstrebig, jetzt weiß man nicht mehr, wohin man gehört.

Ach Scheiß drauf! Ich werde Wombatdompteur!

Out: Gleich…

Sorry, this mind is closed for maintenance.

In: Gar nicht! 😛

Nein, ich habe die Tweets der #om14 nicht genau verfolgt. Das was mir in die Timeline so retweetet wurde war schon bereits genug. Ich beobachte aber diese Diskussionen schon länger. Zum größten Teil auf Twitter. Dieses Gejammer dass die Welt nicht so ist wie die sie gerne hätten. Ich sehe das nur auf Twitter und wurde auch bislang nur dort darauf hingewiesen dass ich Teil jener bin die Welt so schlecht machen. Da witzelt man herum und dann werden einem Worte so verdreht dass es rassistisch ist oder antifeministisch. Denn wenn man es aus diesem oder jenen abstrusen Winkel betrachtet ist es das vielleicht sogar.

Ich halte Nationalitäten und Ethnizitäten für irrelevant, aber ich finde es dennoch lustig dass eine halbindische Freundin von mir lieber Thai-Curry mag. Ich halte Geschlecht in erster Linie für etwas biologisches, witzel aber gerne ‚Ich bin eine Frau, ich kann schlecht einparken‘. Es ist für mich egal, wen und wie ein Mensch liebt, amüsiere mich aber auch gerne mal über einen derben Witz.

Natürlich habe ich Vorurteile! Jeder hat Vorurteile! Auch diese Besserwisser haben Vorurteile! Da ist doch nichts open, da ist doch kein mind! Ich bin mir bewusst, dass ich Vorurteile habe und weil ich mir dessen bewusst bin muss ich nicht darauf hören. Wer bin ich denn über Leute zu urteilen? Es sind nichts weiter als Erwartungen die man hat. Und wenn sie nicht erfüllt werden? So what! Dann waren das meine Erwartungen, aber dieser Mensch ist anders. Er oder Sie ist ja auch ein Individuum. Die Geschichte zu erfahren, weshalb ein jemand so ist wie er ist, das ist doch das Spannende.

Ich kann übrigens sehr gut einparken.

Out: (ich arbeite jetzt noch an meinem Vortrag…)

Non scholae sed vitae

In: 12:11

Nicht allzu selten frage ich mich: Wieso mache ich das eigentlich? Jetzt gar nicht mal meine Versuche an sich. Da könnte ich stunden drüber lamentieren. Aber den phD. Wieso mache ich das? Und gerade in der Biologie.

Als ich einst schrieb, dass ich genau so viel wie eine ungelernte Küchenkraft verdiene löste dass in meiner Twitter-Timeline eine riesen Diskussion aus. Eine ungelernte Küchenkraft hat übrigens auch feste Arbeitszeiten und macht keine inoffiziellen Überstunden oder geht „mal eben“ Sonntagabend „kurz rein um ein zwei Dinge zu tun.“ Zähle ich meine regulären Überstunden zusammmen komme ich auf einen so mickrigen Stundenlohn… Nein, Geld ist kein Motiv. Mich zwingt ja auch keiner, diese Überstunden zu machen. Mich zwingt niemand, am Wochenende meine Zeit in einem fast leeren Insitut zu verbringen und mich um meine Zellen zu kümmern oder, wie derzeit, ganze Versuche zu fahren. Ich mache es trotzdem. Weshalb?

Der große Forschergeist? Der Wissensdurst? Das war vielleicht mal. Daran habe ich mal geglaubt. Dann merkt man, dass man den Großteil der Versuche in die Tonne kloppen kann und oft nicht weiß wieso es nicht funktioniert.

Ich habe in letzter Zeit vor allem gemerkt wie unglaublich anstrengend es ist. Ich habe Laborarbeit früher nie als anstrengend empfunden. Ich habe vor mich hin gearbeitet und während der Versuch inkubierte auch mal ein Tässchen Kaffee getrunken oder ein Schwätzchen gehalten. Jetzt erfordert es so viel kognitive und körperliche Leistung, weil ich so viel gleichzeitig laufen habe, dass ich abends kaum noch in der Lage bin ein entspanntes Gespräch zu führen.

Gerade bade ich also nur aus, was mein vergangenes Ich mir mit seinem Idealismus eingebrockt hat. Gerade laufe ich nur auf das Ziel zu, was ich mir vor dreieinhalb Jahren gesteckt habe. Gerade sind es die letzten Kilometer eines Marathons. Nur ohne Runner’s High.

Out: 20:11

Fahrradkorbterroristen oder das Bekenntnis zur STVO

Man kommt nach Heidelberg um zu studieren und benötigt dazu ein Rad. Das Uniticket kostet mittlerweile 170 Euro oder so, ein gebrauchtes Rad bei Madame Velo vielleicht 40. Dieses Rad wird in einem den Verkehrsregeln entsprechenden Zustand gekauft. Man investiert vielleicht noch hie und da in eine lustige Gummi-Hupe oder ein paar Blümchensticker. Wichtigstes Add-On ist allerdings der Fahrradkorb, in den vor allem Damen dann ihre Tasche und/oder diverse Einkäufe abstellen können. Diese Fahrradkörbe hängen, mit ausgeleierten Kabelbindern befestigt, so sehr auf halb Acht, dass sie regelmäßig Inhalt verlieren. Was nicht mein Problem ist, mein Problem ist dass beim Anschließen des eigenen, geparkten Fahrrads die Fahrradkörbe IMMER im Weg sind.

Liebevoll habe ich diese Radfahrer mittlerweile „Fahrradkorbterroristen“ genannt. Mich stören nicht nur die Körbchen. Aber das Körbchen ist ein Indikator für die Fahrweise. Da habe ich diese Menschen mit ihrer schlängelnden Fahrweise auf dem zu engen Radweg mühevoll überholt und halte, gesetzeskonform, an der roten Ampel und ärgere mich mal wieder an der fünften roten Ampel des morgens zu halten ohne dass auch nur ein Auto diese Straße queren würde. Dann radelt fröhlich der Fahrradkorbterrorist vorbei, über rot, in seinem Schneckentempo. Innerlich knurre ich dann. Ich werde ihn erneut überholen müssen, womöglich an einer noch engeren Stelle. Es kann aber auch passieren, dass diese Radfahrer einem entgegen kommen, weil auf der falschen Seite zu fahren in Heidelberg manchmal mehrere Minuten Zeitersparnis bedeutet. Da knurre ich noch viel mehr, weil ich als braver Bürger den Umweg in Kauf nehme.

Aber mit den Drahteseln muss man doch irgendwie Mitleid haben. Wirkliche Pflege wird ihnen nie zu Teil. Irgendwann sind die Bremsen ausgelutscht, aber vor Ampeln gibt es ja genug Laternenpfähle an denen man sich festhalten kann. Das Licht geht irgendwann kaputt, aber die Seminare sind ja meistens eh nicht so spät das man Licht bräuchte und nach dem Kneipenbesuch findet das Fahrrad den Weg auch von alleine. Schließlich gibt ein Schlauch auf oder die Felge eiert so stark, dass es unbrauchbar wird. Neuer Schlauch, neuer Reifen… da kommt man in Heidelberg schon schnell auf 20 Euro. Für 40 bekommt man wieder ein neues gebrauchtes Rad…

Und so landet das unbrauchbare Klappergestell an irgendeinem Fahrradständer. Und rostet.

Ohne Konditionen

In: 9:30

Die Tochter einer Freundin von mir wird in der Schule gemobbt, weil sie gute Noten hat. Das war heute der Auslöser für mich, während ich in der Zellkultur etwa 80 Platten verschiedener Zellen aussäte zu überlegen, was ich heute meinem Ich vor 15 Jahren sagen würde.

Ich habe meine eigenen Erfahrungen mit Mobbing gemacht, hab Prügel eingesteckt, Schikanierungen erlebt bis dahin, dass die halbe Stufe ziemlich genau wusste wie ich nackt aussehe. Meine Schulsachen wurden unter Wasser gesetzt, mein Heimweg war manchmal die Hölle. Was würde ich mir selbst sagen, wenn ich mit mir reden könnte?

„Ertrag es einfach. Du wirst irgendwann man zu den höchstgebildetsten Menschen der Gesellschaft gehören!“

Nö, bringt nix.

„Lern Karate und verhau sie doch einfach!“

Nein, Gewalt führt nur zu Gegengewalt. Und SIE werden immer einer mehr sein als du.

„Geh doch zum Lehrer!“

Originalzitat: „Ihr macht das in Zukunft nicht mehr, okay? Dann ist ja gut.“ Dass es gar nichts geändert hat muss ich nicht extra erwähnen, oder?

Was würde ich mir also sagen?

Du bist anders. Du bist einfach anders als sie. Und das merken sie, aber sie verstehen es nicht. Menschen die anders sind schließt man aus, um sich selbst abzugrenzen. Sich selbst zu erhöhen indem man andere kleiner macht ist immer einfacher als selbst etwas dafür zu tun. Wenn du dazugehören willst, dann musst du so sein wie sie. Finde etwas, bei dem sie dich auf einer Augenhöhe betrachten müssen. Ein Sport zum Beispiel, ein Fußballverein, eine Fernsehserie. Irgendwas. Aber willst du das? Du wirst später mal in Urlaub fahren und mit dem Mountainbike durch die Berge radeln und dich mit dem Guide unterhalten. Den du nicht kennst und nie wiedersehen wirst. Und der sagt: „Du kannst dich in deinem Leben nur auf deine Familie verlassen.“ Was du daraus machen wirst ist: Nur Menschen die dich ohne Konditionen lieben, nur weil du da bist, sind für dich wichtig.
Wenn du dich verbiegen musst, weil du anders bist und dazugehören willst, dann mach das nur um dir Menschen vom Leib zu halten die es nicht besser wissen. Diese armen Menschen, die nicht verstehen, dass man so wie man ist gut ist. Mit ihnen kann man nur Mitleid haben.Es kann einfacher sein, sich anzupassen. Es hat dazu geführt, dass das Mädchen was dir in der neunten Klasse in den Bauch getreten hat in der zehnten mit dir Tischtennis spielte. Der Junge, der jede Busfahrt zur Hölle hat werden lassen, hat ein paar Jahre später erfolglos versucht dich ins Bett zu kriegen. Denn du warst nie so wie sie. Sie haben das irgendwann vergessen, aber dir ging das sowieso am Arsch vorbei. Sie waren nie wichtig.

Out: Dauert noch…

Einer

In 9:00

Ich war heute etwas kürzer da, weil heute Rudern ist. Beim Rudern lernt man viel davon, wie das Leben sein sollte. Eigentlich fahre ich fast immer Vierer, also ein Boot mit vier Ruderern und einem Steuermann. Am liebsten auf Skull, also Doppelvierer, im Gegensatz zum Riemen. Beim Skullen hat man zwei Skulls in der Hand, beim Riemen in beiden Händen einen Riemen. So einfach ist das. Gleich ist, dass immer nur der Steuermann in Fahrtrichtung blickt und die Anweisungen gibt. Er oder sie kontrolliert dann auch das Ruder. Ihm Gegenüber, sitzt der Schlagmann, er oder sie gibt den Takt an, die Schlagzahl, die Geschwindigkeit. Dann kommt das Mittelschiff, je nach Boot sind das zwei bis sechs Leute. Das Mittelschiff sorgt für die Power. Ganz vorne im Bug sitzt die Nummer Eins. Die hat zwar keinen besonderen Namen, aber sie stellt das Boot. Von dieser Position aus kann man mit etwas mehr Kraftaufwand auf Steuer- oder Backbord das Boot sehr einfach lenken. Wenn man mal keinen Steuermann hat, ist die Nummer Eins für das Steuern zuständig.

Heute war wieder die Herrenriege aus drei Leuten da, die manchmal auch zu viert sind und immer gemeinsam fahren wollen. Das ist sehr nervig ist, weil es dazu führte, dass ich jetzt sechs Wochen lang immer wieder mit Anfängern im Boot saß. Das wiederum ist anstrengend. Beim Rudern kommt es darauf an, dass alle im selben Takt sind. Es kommt darauf an, dass alle ausbalanciert sind. Es kommt darauf an, dass alle sich aneinander anpassen und immer die gleiche Schlaglänge haben, was je nach Körpergröße schwierig sein kann. Es kommt darauf an gemeinsam zu aufzudrehen und zu setzen. Gemeinsam das gleiche tun, das ist Rudern. Den Fehler von einem müssen alle ausbaden. Aber wenn man das alles beachtet schwebt man übers Wasser.

Die Herrenriege war auch diesmal stoisch bei der Bootsaufteilung und so musste ich, zum ersten Mal seit zwei Jahren, wieder in einen Einer steigen. Der Einer ist leichter und dadurch kippeliger als der Vierer. Jetzt ist man für alles selbst verantwortlich, ist Steuermann, Schlagmann, Mittelschiff und Nummer Eins zugleich. Bei jedem winzigen Fehler wackelt das Boot, man ist besonders vorsichtig, muss sich immer wieder umdrehen, denn man schaut ja eigentlich in die falsche Richtung. Immer wieder droht man zu Kentern, was bei den großen Booten nicht passieren kann.

Dafür quatscht mir niemand rein. Ich war ganz bei mir. Schrieb in Gedanken schon diese Zeilen. Ich richtete das Boot zur Sonne aus und fuhr auf der Reflektion ihrer letzten Strahlen. Allein.

Out 17:45

Flaschen sammeln

In 9:00, 600 mg Ibuprofen

In einem Labor darf man nicht essen oder trinken (oder sich schminken oder Fenster öffnen, oder, oder, oder). Daher gibt es bei uns, außerhalb des S2 Bereichs, ein paar Büroräume wo ich kürzlichst einen Schreibplatz bezogen habe. Dort, in einem Aktenschrank, dürfen wir Getränke lagern. Leider wurde das ganze mit der Zeit zu einem Flaschenlagerschrank und am Wochenende habe ich es mir herausgenommen, alle leeren Flaschen zu beseitigen weil es mich einfach nervte. Darunter waren auch zwei Bierflaschen, eine Beck’s Gold mit MHD 2011 und ein angetrunkenes, alkoholfreies Jever. Insgesamt habe ich fast 13 Euro damit verdient und das heute in der Mittagspause meinen Kollegen erzählt.

„Na, wenn du dann nächstes Jahr arbeitslos bist hast du ja deine Karriere gefunden“, meinte die PostDoc.

Und so könnte ich vielleicht die erste promovierte Flaschensammlerin werden. Heidelberg ist, was das angeht, sehr lukrativ. Es ist auf der Neckarwiese gute Sitte, die Flaschen in einem kleinen Haufen liegen zu lassen um es den Sammlern einfacher zu machen. Die meisten sind aber fixer. Insbesondere eine Frau mit Hackenporsche erkennt schon von weitem wenn eine Bierflasche fast leer ist und ist dann kaum zu bremsen. Unter ihren drängenden Blicken muss man nun schnell das letzte Bisschen leeren, ob man will oder nicht.

Schnurstraks begann ich zu üben und versuchte meiner Kollegin die (fast volle) Wasserflasche aus der Hand zu ziehen.

Ich muss noch viel lernen.

Out 20:40

Was muss das muss.

In 14:50; 30 mg Buscopan, 600 mg Ibuprofen, 20 mg Pantoprazol

Es ist weiterhin Wochenende. Sonntag. Draußen regnet es, das macht es etwas angenehmer, auch wenn es die Stimmung drückt. Dann hab ich noch meinen iPod verloren und kurze Zeit gedacht die Welt ginge unter. Ich war nichtmal in der Lage mein Handy korrekt zu bedienen:

Ich habe außerdem die Fibroblasten kurzzeitig ins falsche Medium geschmissen. Das mag aber auch an den Schmerzmitteln liegen. Heute ist ein Tag wo ich gerne in Fötushaltung im Bett liegen geblieben wäre. Aber ich muss ja irgendwie weitermachen.

Den Ipod habe ich wiedergefunden. Der hatte sich nur sehr gut versteckt. Und die Fibros kann man schnell abzentrifugieren, bevor sie überhaupt merken dass sie kein Choleratoxin vertragen. Alles wieder gut.

Out 18:37