Vergessene Freundschaften

Ich hielt und halte mich schon immer für eine gute Freundin. Ich bin der Mensch, der da ist, wenn es hart auf hart kommt. Ich gehe da gerne mal über Stock und Stein. Denn wenn mir jemand wichtig ist, dann hat er das verdient.

Ich gebe auch nicht so schnell auf. Ich hab mich von manchen Menschen immer wieder verletzen, ausnutzen lassen – nur um wieder bereits zu stehen, wenn es wieder irgendwo knallte.

Aber ich habe in den letzten zwei Jahren viel gelernt. Ich habe gelernt, wie stark ich alleine bin. Und ich habe gemerkt, wer wirklich für mich da war wenn ich eben nicht stark war. Vielleicht lege ich da die hohen Ansprüche, die ich an mich selbst habe, an andere an. Das ist unfair, denn ich bin so unfassbar sehr streng mit mir.

In den letzten Wochen musste ich hinnehmen, für andere Menschen nicht so wichtig zu sein. Ich musste auch hinnehmen, hintergangen zu werden. Ich habe auch erkannt, einfach vergessen worden zu sein. Ich habe gesehen, wie Einzelpersonen Druck ausüben, um ihren Willen zu bekommen.

Wäre dies nur bei einer Person gewesen, ich weiß nicht ob ich so reagieren würde wie jetzt. Nein, es waren einige. Jeder hat mich auf seine ganz eigene Weise verletzt. Dabei wurde vergessen was man gemeinsam an einer Freundschaft hatte, vergessen, dass man füreinander da war, oder vergessen, dass ich für sie da war. Die ständigen Forderungen ihrerseits haben sie ebenso vergessen. Wenn ich liefere, warum sollten sie liefern?

Ja, gewiss. Die letzten Jahre haben mich geändert. Nein, ich habe mich verändert. Ich will nicht mehr hinnehmen, ich will gegenhalten dürfen. Ich will nicht mehr liefern, ich will fordern dürfen. Ich will geben, aber ich will nicht, dass mir genommen wird. Ich will an einer Freundschaft wachsen, aber ich will nicht, dass nur einer von uns wächst.

Das ist wohl meine ganz eigene Emanzipation.

Und vielleicht werde ich endlich erwachsen.2016-02-23 17.24.34

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2 Kommentare

  1. Es ist ein Geben und Nehmen. Und klar gibt es Freundschaften, die immer etwas einseitig wirken und vermutlich auch sind, aber solange es beiden Beteiligten damit gut geht, ist das in Ordnung.
    Und manchmal ändern sind die Dinge (schleichend), weil man sich selbst verändert hat, weil Gefüge nicht mehr so funktionieren, wie sie „schon immer“ funktioniert haben. Diese Erkenntnis tut weh, aber meistens ist das, was daraus erwächst, näher an einem selbst, als das (krampfhafte) Festhalten alter Strukturen.

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