Alltägliches

Alltagskämpfe

Es ist brütend heiß. Ich sitze in der Bahn, höre einen Podcast. Auf dem Handy schreibe ich mit einer Freundin. Es ist so alltägliches Gedöns.

Die Bahn hält, ein dicker Mann steigt ein, setzt sich neben mich. Er stinkt nach Schweiß, wirkt ungepflegt, lästig. Dann packt er seinen Döner aus, beißt rein, schmatzt. Soße rinnt über sein dreitagebärtiges Kinn. Vermischt sich mit dem Schweiß. Auch der Geruch nach Fett und Knoblauch mischt sich unter den Körpergestank. Er lässt sich Zeit beim Essen. Die Soße, die überall hintropft, bemerkt er kaum.

Ich mache mich kleiner, schmaler, in der Hoffnung mich weniger belästigt zu fühlen. Ich schäme mich, zur selben Art von Lebewesen zu gehören wie dieses… dieses fressende Tier. Ich schreibe es meiner Freundin. Wir regen uns auf, im Chat. Doch meine Wut ist größer. Wieso kann mich jemand einfach so belästigen. Wieso nimmt er keine Rücksicht? Schämt er sich nicht? Hat ihm niemand Manieren beigebracht?

Ich schnaube, rein innerlich. Wütend poste ich auf Twitter, dass dieser Typ eklig ist, wie widerlich ich das finde, dass ich mich belästigt fühle. Zig Leute stimmen mir zu. Wir regen uns gemeinsam auf und ich fühle mich besser.

Irgendwann ist der Döner aufgegessen. Der Kerl lehnt sich zurück, seine Beine gleiten wie beiläufig nach außen. ein linker fetter Schenkel drückt an meinen rechten. Seine Arme, zu breit für den schmalen Sitz, nehmen mir Platz weg.

Wieder tobe ich. Aber nur digital. Auf Twitter, auf Facebook, auf Whatsapp. Ich schreibe mir die Kehle aus dem Leib, ich poste in Großbuchstaben, benutze multiple Satzzeichen, mache mir die Luft, die ich auf meinem immer schmäler werdenen Sitzplatz nicht bekomme. Ich bete, hoffe, giere darauf, dass der Fettwanst bald aussteigt.

Und dann endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit erhebt er sich langsam. Nicht ohne dass mich seine Hand einmal wie beiläufig streift macht er sich behäbig auf den Weg zur Tür. Mit ihrem Öffnen kommt die Erlösung. Frische Luft strömt ein, weht den Gestank weg. Aber ich bin immer noch sauer. Trotzdem schicke ich der Welt einen Tweet über meine Erlösung.

Und er? Er hat das alles nicht mitbekommen, ignorant wie er wohl war. Aber woher sollte er auch wissen, was in mir vor ging?

Haben wir verlernt, zu kritisieren? Haben wir verlernt, aus unserer eigenen Komfortzone zu gehen und andere anzusprechen, wenn uns etwas stört? Wieso erdulden wir still all das was uns in der Welt stört und regen uns nur passiv-aggressiv in den sozialen Medien darüber auf? Es ist alles so bequem geworden. Wenn wir wollen ziehen wir uns in unser Häuschen zurück. Wenn uns die einen Freunde zu unbequem werden suchen wir uns neue. Wenn die Party doof ist liegen wir chattend mit einem Bier in der Ecke.

Scheuen wir den Konflikt? Ich befürchte ja. Ich befürchte, das Digitale gibt uns einen Ausweg uns über Dinge aufzuregen oder ihnen zu entgehen. Wir müssen wieder lernen, unseren eigenen Platz zu beanspruchen, auch wenn es unbequem wird. Wir müssen wieder lernen, jemanden in seine Schranken zu weisen. Und zwar richtig und selbstbewusst, ohne den anderen in seiner Person zu verletzen. Vor allem müssen wir aber wieder lernen, damit umzugehen wenn etwas unbequem wird, wenn wir selbst in unsere Schranken gewiesen werden.

Der Dönermann hat nie existiert, die Geschichte ist so nie passiert. Und trotzdem passiert sie, jeden Tag aufs Neue.

Ist es denn schlimm, sexy zu sein?

Mit etwa 12 Jahren beschloss ich, dass ich meine Brille nicht mehr tragen wollte. Ich fand sie schlimm. Ich fand mich hässlich damit. Ich fand mich eh hässlich, so mitten in der Pubertät, aber die Brille war der Feind. Ich ging morgens ordnungsgemäß mit Brille zur Schule und setzte sie vor den Toren ab. Nachmittags setzte ich sie erst vor der Haustür wieder auf. Ich Rebell! Mein Problem war, dass ich mit meiner Weitsichtigkeit zwar alles sehen konnte, aber nicht lesen. So wurde mir mein Brillenhass immer wieder zum Problem. Irgendwann, als meine Mutter meine heimlichen Machenschaften herausgefunden hatte, erbarmte sie sich. Ich bekam Kontaktlinsen. Und war das glücklichste Mädchen der Welt.

Wenn Menschen jetzt erfahren, dass ich eine Brille brauche – bzw Kontaktlinsen trage – sind sie meistens erstaunt. Im Labor, beim Sport, in der Freizeit: Kontaktlinsen waren immer praktischer und mein treuer Begleiter über die letzten Jahre.

Die Diskussion entbrannte, als ein Freund ein Bild von mir fand, auf dem ich spaßeshalber die Brille eines anderen trug. Ich fand, dass ich damit aussehen würde wie ein Schulmädchen in einem schlechten Porno. Er fand, dass ich öfter Brille tragen sollte. Sie würde mich intelligenter machen. Und heißer. Überhaupt: Lass doch mal die Haare offen. Das würde meine Sexyness deutlich erhöhen.

Bevor hier jetzt schon jemand auf die Barrikaden geht, es geht hier nicht um eine konkrete Vorschrift. So war die Diskussion nicht gemeint und so hab ich sie auch nicht verstanden. Die Frage ist nicht ob ich das darf, denn ich darf alles was ich will. Die Frage ist: warum sträube ich mich so dagegen, sexy zu sein? Ein Grund für die stets hochgesteckten Haare in beruflichen Situationen ist, dass mir eingeredet wurde, dass lange Haare nicht seriös seien. Ein Grund, weshalb meine Brille keine nerdige Hornbrille ist, ist dass ich damit an ein blondes Schulmädchen erinnere, welches den Lehrer fragt ob es denn gegen die 6 in Mathe was tun könnte, so privat.

Aber ist es denn so falsch? Solange ich adrett und den Umständen entsprechend gekleidet bin, ist es dann falsch ein bisschen sexy zu sein?

Ich war nie so der Typ, der sich mit Schmuck behängte. Ich schminke mich wenig, meine Kleidung ist selten auffällig. Wieso ist das so und wieso will ich das so? Im Grunde war das immer ich. Aber verbiete ich mir dabei nicht den Übertritt von meiner rationalen, pragmatischen Welt hin zu einer sinnlicheren?

Ich werde drüber nachdenken.

Weil jedes Leben zählt

Mit den neuen Tests ist es einfacher, genetische Krankheiten bereits vor der Geburt zu diagnostizieren. Das stand so heute im Internet.

Wir reden von Töten, wir reden von ungewollten Kindern. Während wir aber verächtlich auf jene blicken, die einen Embryo oder einen Fötus mit Behinderung haben abtreiben lassen schauen wir genauso verächtlich auf jene Kinder, die blieben. Und auf ihre Eltern.

Wir haben keine Inklusion. Wir schieben Menschen mit Behinderung ab, wir sondern sie aus. Überall wird ihnen das Leben schwer gemacht. Ob das nun nicht Behinderten-gerechte Straßenbahnen sind oder Touchscreenautomaten die Blinde nicht bedienen können. Gerade erst haben wir bemerkt dass das falsch ist und gerade erst haben wir begonnen etwas zu ändern.

Ich saß in einer Klasse mit einem Mädchen im Rollstuhl. Sie war/ist sehr nett. Ich habe als ihre Banknachbarin und lange auch Freundin viel von ihrem Leben mitbekommen. Ich weiß, dass sie Tena Lady benutzt hat, wenn der Schultag lang war. Dass sie ihre Hüft-OP auf die Klassenfahrt gelegt hat. Dass sie in Freistunden nicht „mal eben“ dahin konnte wohin sie wollte, weil überall Treppen, Türen, $Hürden waren. Wir hatten keinen Aufzug zu den Fachräumen und mussten sie dort hochtragen. Das sollte ja wohl kein Problem sein? Versetzt euch da einmal in ihre Lage, bitte.

Mein Cousin hat das Down-Syndrom. Er ist ein liebenswerter, toller Mensch. Ich habe ihn sehr gern. Als seine Mutter ihn gebar, hetzte ihr Schwiegervater gegen sie, es sei ihre Schuld. Ihr Mann sagte zu mir mal – in einem anderen Zusammenhang – „Wo kommen wir denn hin, wenn wir unsere eigenen Kinder töten?“. Ja, wo kommen wir dann hin? Und das sagt er, nach über 30 Jahren mit einem Kind mit Behinderung. Während seine jüngeren Geschwister aus dem Haus sind, studieren, die Welt bereisen, braucht mein Cousin dieselbe Zuwendung wie als er fünf war. Und die wird er weiterhin brauchen. Jeden. Einzelnen. Tag.

Denkt da jemand dran? Wer hilft da? Was ist mit dem Leben der Eltern? Was mit dem der Geschwister? Ja, das ist eine provokante Frage. Jeder muss sie für sich selbst beantworten. Mein Onkel und meine Tante haben das bereits.

Vor ca 35 Jahren las meine Mutter eine Anzeige in der Zeitung. „Mutter mit behindertem Kind sucht Freundin.“ Oder so. Sie schrieb die Anzeige, weil sie 24 Stunden am Tag mit der Pflege des Kindes beschäftigt war und keine Zeit hatte andere Mütter kennenzulernen. Meine Mutter beantwortete die Anfrage. Sie sind bis heute gut befreundet. Der Sohn dieser Freundin liegt nur da. Und schreit. Ich weiß nicht genau was er hat. Und nachdem sich diese Freundin endlich von ihrem schlagenden Mann getrennt hat ist sie nun alleinerziehend. Mit drei Söhnen, zwei aus dem Haus, einer wird für immer bleiben. Wer hilft ihr denn?

Ich finde es heuchlerisch, auf Eltern zu hetzen die ein Kind mit Behinderung abgetrieben haben, wenn wir keine Gesellschaft sind die Menschen mit Behinderungen und deren Eltern willkommen heißt.

Kinder mit Behinderungen sind nicht nur die drolligen kleinen Knubbel. Sie brauchen Liebe, sie brauchen Pflege. Sie brauchen Aufopferung. Sie werden mehr als andere Kinder im Krankenhaus sein, mehr als andere Kinder der Missgunst anderer ausgesetzt sein, mehr Probleme haben in allen Bereichen.

Wir könnten da sehr einfach viel ändern.

Wir sollten damit anfangen, nicht zu urteilen.

Ist das Leben nicht schön?

Die Weihnachtszeit ist noch nicht um. Sie endet – traditionell – erst an Lichtmess, am 1.2.. Daher kommt hier noch ein Weihnachtspost. So.

Seit ca 5 Jahren gehen wir an Weihnachten wieder in die Kirche. Während ich die einzige bin, die mit der Kirche an sich irgendetwas anfangen kann, sind es eigentlich meine beiden stockatheistischen Schwestern die es wieder eingeführt haben. Als (theoretisch) katholische Familie besuchen wir aber den evangelischen Gottesdienst, weil die Kirche näher liegt, die musikalische Gestaltung und die Atmosphäre angenehmer sind als die in der Gemeinde der wir zugehörig sind. Das ist eher was lokales als was konfessionelles.

Es gibt danach Würstchen mit Kartoffelsalat. Ich steh da total drauf und will es nicht anders, aber meine Schwester rebellieren: Die eine will keinen Kartoffelsalat, die andere weder Kartoffelsalat noch Würstchen. Wir werden sehen ob es nächstes Jahr nicht was anderes gibt.

Wir singen dann gemeinsam Weihnachtslieder, bei denen meine Mutter gerne die falsche Strophe erwischt und meine große Schwester uralte, unbekannte Strophen von Weihnachtsliedern ausgräbt. Danach kommt die Bescherung bei Sekt und Kerzenschein.

Und irgendwann läuft dann auf irgendeinem dritten Programm „Ist das Leben nicht schön“ mit James Stewart. Mittlerweile haben wir aber auch die DVD, weil es einmal nicht kam und wir alle enttäuscht waren (wer nicht gespoilert werden will überspringt die nächsten zwei Abschnitte).

Die Story kann man nur schwer kurz zusammenfassen. Ich versuche es mal. George Bailey hat sein Leben lang alles für andere getan. Er hat immer zurückgesteckt um anderen zu helfen, ist immer selbstlos  gewesen. Er hat auf seine Weltreise und das College verzichtet um die Firma seinen Vaters, die Building and Loan nach dessen Tod zu retten. Diese Firma verhilft Menschen zu einem Eigenheim. Doch durch ein Unglück geht, gerade als der Bankrevisor da ist, ein riesiger Haufen Geld verloren. Die Firma ist bankrott. Und George Bailey weiß sich nicht zu helfen. Schließlich steht er an einer Brücke und… da schreitet Gott ein. Vielmehr ein Engel, Clarence, der Bailey von der größten Sünde abhalten soll, das Geschenk des Lebens wegzuwerfen.

Doch Bailey ist überzeugt dass die Welt ohne ihn besser dran sei. Da zeigt ihm Clarence diese Welt: Seine Heimatstadt ist ein Sündenpfuhl, sein Bruder tot, seine Frau eine alte Jungfer, sein alter Boss ein Penner… Und er versteht wie wichtig sein Leben war.

Vor ein paar Jahren als wir den Film sahen entdeckte ich eine Schild unterhalb eines Portaits von George Baileys Vater im Hintergrund einer Szene. Dort stand: „The only thing we can truely take with us is what we have given away.“ Das einzige was wir wirklich mitnehmen können ist dass, was wir weggegeben haben.

Dieser Satz hat mich mehr berührt als der gesamte Film. Denn egal was wir in unserem Leben erreichen: Wir werden es aus diesem Leben nicht mitnehmen können. Es ist nur eine Leihgabe für unsere Zeit hier. Aber was wir geben das lebt weiter. Das ist dieser berüchtigte Schmetterling – oder auch mal ein Albatross – der Wirbelstürme erzeugt.

Wir haben selten die Möglichkeit, ein Leben direkt und willentlich zu beeinflussen. Wenn ich darüber nachdenke wer mein Leben wirklich in andere Bahnen gelenkt hat ,dann hat dies wohl kaum jemand absichtlich getan. Vieles bleibt sicher auch komplett unentdeckt, denn selten ist es so konkret wie in dem Film.

Aber am Ende ist es so. Wir kommen nicht umhin, mit unseren Leben andere zu berühren. Wir sollten dafür Sorge tragen, dass es zum Besseren ist.

Was man tun kann.

Eines der schwierigsten Dinge, die man in einer Stressphase meistern muss ist, wie man mit Menschen umgeht die es gut meinen.
Das Gegenteil von gut gemacht ist gutgemeint. Das sagt mein Vater immer. Ich weiß nicht woher er das hat, aber er hat recht.
Aber das ist auch unfair. Denn wie geht man dann damit um wenn ein Mensch, der einem am Herzen liegt durch eine schwere Zeit muss? Man möchte ja wirklich nur das Beste für ihn.

Ich habe einen guten Podcast abonniert, indem es eigentlich um Persönlichkeitsentwicklung und Personalführung geht. Dieser stellt eine These zu Motivation auf, die mir schlüssig erscheint und die ich gerne auf diese Situationen anwenden möchte. Er sagt, man kann nicht motivieren, denn Menschen sind bereits motiviert. Man kann nur aufhören sie zu demotivieren. In gewisser Weise also ihrer Motivation freien Lauf lassen.

So ist es auch mit Schweren Zeiten. Bei allem was kein konkretes Problem ist, alles was mit dem Umgang mit der Belastung zu tun hat, bei all diesem ist weniger oft mehr.
Da sind zum Beispiel gut gemeinte Ratschläge wie: „Ruh dich doch Mal aus.“ Ja, man würde sich gerne ausruhen. Aber gerade geht das eben nicht. Dieser Ratschlag reibt es einem nochmal unter die Nase. Hatte man nicht eben erst diese Gedanken verdrängt, dass man lieber schlafen würde als zu ackern? Hatte man sich nicht erst mit dem Schicksal angefreundet, dass Ruhe gerade nicht möglich ist?
Ein ähnlicher Hilfeversuch ist: „Komm wir machen was Schönes, du brauchst etwas Ablenkung.“ Ja! Nein! Da ist man gerade schön fokussiert und da soll man sich ablenken? All diese Disziplin wird nochmal getestet, dabei steht sie doch eh auf wackeligen Beinen. Das kostet Kraft.
Bei mir kamst erschwerend hinzu, dass ich gerne für Menschen da bin und das ich ungern ‚Nein‘ sage. Nochmal Kraftaufwand.

Wichtig ist vor allem Verständnis für die Situation. Wieso fällt jemandem diese Zeit so schwer? Wann ist das Problem eigentlich entstanden? Und Warum? Das sind keine einfachen Fragen. Wenn man sie stellt dann muss man zuhören. Man kann hier eventuelle Knackpunkte herausbekommen, aber dann muss man auch willens sein, diese durchzugehen. Das. Ist. Nicht. Einfach. Und der „Gestresste“ ist normalerweise auch nicht böse wenn man diese Fragen gar nicht erst stellt. Zum Einen sind sie unglaublich intim und erfordern deshalb schon einiges an vorhergehender Bindung; zum Anderen sind sie gerade für den Gestressten nicht einfach zu beantworten. Das kann sehr emotional sein.

Nein, viel bleibt da nicht. Das Wichtigste ist glaube ich, das Gefühl zu geben, dass man auf dem anderen wartet, ganz ohne Druck. Entspannt, mit Vorfreude, jemanden an Verstehen geben, dass er immer Willkommen ist.

Das ist ein bisschen wie: „Wir warten auf’s Christkind.“

Nebenwirkungen

Ich hatte gestern einen Beitrag begonnen und dann traf mich plötzlich eigentlich vorhersehbar eine harte Migräne und ich beschloss das Bett zu hüten. Lustigerweise wollte ich eigentlich darüber bloggen, was der Körper eigentlich bei einer Doktorarbeit, vor allem aber nicht nur in den letzten Zügen, mitmacht.

 

Migräne:

Stellt euch vor, ihr arbeitet direkt neben eurem Gefrierschrank. Moment, ihr habt ungefähr 10 von diesen Gefrierschränken und sie kühlen nicht auf -20 sondern auf -80°C. Das sind unsere Gefrierschränke auf dem Flur, die eine wundervolle Geräuschkulisse bilden. Dazu piept alle paar Minuten irgendwas: Ein Timer, eine Zentrifuge, ein Schüttler. Eine Pumpe rattert, eine Lüftung dröhnt, ein Power Pack surrt, die PCR-Maschine fiept auf einer knapp hörbaren Frequenz. Mittlerweile ist es etwas besser geworden, denn die Baustelle vor der Tür arbeitet nicht mehr so laut. Dazu habt ihr Temperaturschwankungen von -20, 4, 20 und 37°C. Und verbringt immer mal wieder längere oder kürzere Zeit in komplett dunklen Räumen, die einzige Lichtquelle ist ein Monitor (Laser-Mikroskop) oder Rotlicht (Dunkelkammer). Und das alles zusammen. Das ist meine Umgebung. Und sie fordert ihren Tribut. Mein Körper zeigt mir das mit Migräne, die Licht- und Geruchsempfindlichkeit, Übelkeit und eben pochende Kopfschmerzen beinhalten, manchmal zusammen mit Sichtstörungen, aber nur selten. Gestern war es so schlimm, dass ich wimmernd mit dem Rad heimfuhr und bei jeder winzigen Unebenheit zusammenzuckte. Erst wurde es zu Hause noch etwas besser und dann war das einzig Mögliche die Fötushaltung im Bett.

 

Träume:

Wo wir gerade bei Schlafen sind: Ich träume extrem intensiv. Nichts davon ergibt wirklich Sinn, also ich träume nicht von Bergbesteigungen oder Seiltänzen, die eine unangenehme Situation darstellen würden, aber ich träume sehr „echt“. In der Nacht von Samstag auf Sonntag träumte ich beispielsweise, mit einem Bekannten den ich noch nie live gesehen habe zu einer Dombesichtung verabredet zu sein. Wir trafen uns dort im Domgarten, redeten, dann wollte ich aber den Zug nach Hause nehmen. Auf dem Weg zurück fand ich einen weiteren Dom (der Begriff Dom ist in meinem Kopf, es sah mehr aus wie eine Kapelle), in der bunte, am Boden liegende Darstellungen von Eseln zu sehen waren und dieser Dom war auch irgendwie einem Esel gewidmet.

In einem weiteren Traum lebte ich in einem Haus von ca 1900 und betrachtete unter anderem die Spielzeuge dort. Ich war eine ganze Weile in diesem Haus in der Nähe eines Sees, aber an mehr erinnere ich mich jetzt nicht mehr.

Sollte jemand elaborierte, lustige oder fundierte Deutungen von so etwas haben: Immer her damit.

 

Magen:

Man sollte meinen, ich äße mit dem Stress weniger. Das stimmt nicht, kalorisch ist es wahrscheinlich etwa das Gleiche. Sehr interessant sind aber Hungerlöcher, in die ich immer mal wieder falle. Wirklich plötzlich auftretendes – oder nur plötzlich bemerktes – Hungergefühl. Das mag auch an meinen deutlich Häufigeren Naschereien liegen. Weihnachten erhöht den Schokoladenkonsum noch mehr. Das ist auch nicht immer angenehm für den Magen und gerade giere ich gerade zu nach frischem Gemüse und Obst.

 

Beine:

Meine Beine tun weh. Meine Waden sind verspannt, und abends kitzeln sie immer wieder, als seien sie eingeschlafen und wieder erwacht. Ich stehe sehr viel, laufe sehr viel herum, das merke ich. Morgens mit dem Fahrrad zur Arbeit ist anstrengender als zurück.

 

Arme/Schultern/Nacken:

Das war schon immer ein Trauerspiel. Durch die nicht wirklich vorhandenen Schreibplätze und der schwergängigen Pipetten haben sich die Beugermuskeln und Sehnen im rechten Arm stark verkürzt. Es ist mittlerweile nicht mehr witzig, wie weh das tut. Ich mache morgens und abends Übungen dagegen und auch zwischendurch ab und an. Ich habe für den rechten Ellenbogen eine Manschette, aber beim Pipettieren hilft das nur bedingt. Wie viel Kraft man dafür braucht fiel mir auf, als ich im Praktikum Schüler betreute, die noch nie pipettiert hatten. Ich konnte, wie meine Kollegen auch, die Pipettenspitze mit dem Daumen über einen Hebel einfach abschnipsen. So sind die Pipetten auch gebaut. Die Schüler konnten das nicht. Sie mussten beide Hände zum abschnipsen nehmen.

Die rechte Brustmuskulatur hat sich ebenso verkürzt und verhärtet. Das ist einmal im Monat besonders schmerzhaft und war so krass dass ich sogar zur Frauenärztin bin. War aber nur eine Verkettung unglücklicher Umstände und kein Grund zur Sorge.

 

Erkältung:

Ich bin seit 3 Monaten topgesund, was meine Nebenhöhlen angeht. Also, für meine Verhältnisse. Eigentlich wäre längst die Zeit für 1-2, früher eher 4-5 Erkältungen gewesen. Aber es ist alles ruhig, also, so im Vergleich. Das bedeutet wohl, dass sich mein Körper das für die Feiertage aufbewahrt. Ein bisschen läuft die Nase, wenn es dabei bleibt ist’s gut.

 

Haut:

Meine Haut reagiert immer als erstes auf Stress. Und zwar hält sie sich dann für deutlich jünger als sie ist, nämlich so 14, 15. Momentan geht mir mein Aussehen zwar am Allerwertesten vorbei, aber es ist eben trotzdem unangenehm und so ein fieser Pickel tut dann gerne auch noch weh, damit jeder was davon hat: Die, die einen anschauen müssen und man selbst eben auch. Das ist übrigens schon länger so, aber in Anbetracht dessen, dass ich Bewergungsfotos machen lassen wollte, war ich dann doch mal wieder bei einer Kosmetikerin, die bei einem Hautarzt arbeitet. Vielleicht hilft das ja auf die Dauer.

 

Psyche:

Das meiste was ich so durchmache schreibe ich ja hier. Versagensängste und Selbstzweifel und Reizbarkeit, ein ständiges Balancieren zwischen Apathie und Emotionalität. Willkommen in meinem Kopf.

Ich habe gerade erst wieder gehört, dass die Lebensgefährtin eines Freundes ihre Doktorarbeit wegen Depressionen abgebrochen hat. Ich kenne weitere, meines Erachtens depressive oder zumindest derzeit depressiv-verstimmte Doktoranden. Ob das wirklich so ist können nur sie selbst sagen.

 

Bei anderen mag das anders sein. Ich weiß von einigen wo es ähnlich ist. Je nach Fachgebiet unterscheidet sich das sicherlich auch, aber ich gehe stark davon aus dass es bei den meisten ebenso körperliche Symptome gibt.

T-5

Noch mehr Haltung wahren

Eigentlich wollte ich schon gestern konkreter werden, aber dann brach es doch emotional ein bisschen aus mir raus. Ich wollte ein bisschen erklären, wie genau es diese letzten Wochen so einigermaßen annehmbar hinter mich gebracht habe. Einfach zusammengefasst. For the Record.

Schlaf:

Es ist das Wichtigste. Ich habe versucht, meinen Schlafrhytmus möglichst wenig zu ändern. Ich bin ein notorischer Spät-ins-Bett-Geher und ich mag es nícht früh aufzustehen. Da ich ja flexible Arbeitszeiten habe (höhö) habe ich versucht mindestens 7 Stunden hinzubekommen. Ging nicht immer, aber meistens. Und ich schlafe auch meistens gut. Wenn es nicht geht mit Grübeleien höre ich Hörbücher. Eigentlich höre ich meistens Hörbücher und zwar jene, die ich in- und auswendig kenne. Es darf ja nicht spannend sein.

Ich habe den morgen auch immer sehr langsam begonnen. Das mache ich seit eh und je. Lieber ein paar Minuten früher aufstehen, dafür aber noch Zeit für nen Kaffee und etwas Ruhe.

Essen:

Ich habe mir für das Mittagessen immer Zeit genommen. Es ist meine Pause im Tag. Es ist eine kleine Insel im Heckmeck. Ich versuche, da einen Kompromiss zwischen „Viel Gemüse, fett- und kohlenhydratarm“ und „hauptsach es schmeckt“ zu finden. Es gab in der Kantine des Öfteren für mich Burger, dafür habe ich zu Hause eher das Gegenteil gekocht. Ich habe auch für Essen am Abend gesorgt. Das ist aber leider auch gerne mal eine 5-Minuten-Terrine gewesen. Und Süßes gab und gibt es sowieso zu Hauf.

Sport:

Wenn man mir mit 12 mal gesagt hätte dass ich mal sportlich sein würde, ich hätte es nicht geglaubt. Aber ich mache gerne Sport, nur sicherlich nicht den Scheiß der in der Schule angeboten wurde. Mein Rudersamstag ist mir heilig. Meine Yogastunde ist mir ebenso wichtig gerade. Ich habe mich ja in Anbetracht dessen was da auf mich zu kam extra dafür angemeldet. Und es ist eine gute Entscheidung gewesen. Ich habe vor ein paar Wochen auch angefangen, morgens etwas Yoga zu machen und auch das tut mir sehr gut. Ich gehe viel gesetzter in den Tag.

Gefühle fühlen:

In jeder stressigen Phase kommen immer wieder Gedanken auf, die unangenehm sind. „Wie soll ich das alles schaffen?“ „Wieso ich?“ „Warum?!?!“

Es wäre falsch das zu unterdrücken. Es sind Ängste, es sind Zweifel an sich selbst, es ist Wut, es ist Hass, es ist Resignation. Und das muss raus. Denn wenn wir unsere Gefühle raus lassen, dann können wir sie auch gehen lassen. Und ja ich sage ganz offen dass ich geheult habe. Dass ich immer und immer wieder Selbstzweifel habe und hatte. Dass ich am liebsten alles und jeden anschreien würde, dass ich am liebsten aufgeben würde. Und wenn ich das mir selbst gestanden hatte ging es besser.

Es ist wohl eine Mischung aus Achtsamkeit und Mitgefühl mir sich selbst. Achtsamkeit, bzw Achtsamkeitsmeditation, lässt Gefühle kommen und gehen, bewertet diese aber nicht, sondern registriert sie nur. Mitgefühl zeigt Verständnis. Mitgefühl verurteilt nicht. Mitgefühl nimmt an.

Man kann das innerhalb der Meditation erfahren, oder auch im Gebet. Man kann auch so wie ich hier alles niederschreiben. Oder mit Menschen darüber sprechen.

Es ist übrigens etwas anderes als Jammern.

Auszeiten:

Ich habe mir Auszeiten genommen. Die wollte ich alleine verbringen. Ich bin sonst ein geselliger Mensch. Ich mag es nicht, abends alleine zu Hause rumzugammeln. Jetzt mag ich das schon. Ich hab Serien geschaut und Dokus oder gekocht. Ich war natürlich auch unterwegs, ich war auf geselligen Abenden, ich habe weiterhin mit Menschen kommuniziert – aber weniger als sonst.

Menschen:

Es geht nichts über Menschen, die die eigene Situation verstehen. Es gibt da nur sehr wenige die das können. Ich habe das unendliche Glück, dass es in meiner Familie Leute gibt, die das bereits durchgemacht haben. Denn es ist wie in der Pubertät: Niemand versteht dich.

Wie absurd es für Leute klingt, wie sehr mich die letzten Wochen mitgenommen haben merke ich an meiner Mutter. Die einfach nicht versteht, dass es stressig ist. Dass mich Kommentare wie „na, so wichtig ist das doch nicht“, „arbeite doch nicht so viel“, „mach doch mal ne Pause“ oder „dann lass es doch“, nicht weiter bringen.

Und wenn es Menschen gibt, die dich verstehen – oder die es nicht verstehen aber sich damit abfinden es nicht zu verstehen – dann sollte man sich sehr, sehr glücklich schätzen.

Prioritäten:

Ich habe in den letzten Wochen stark priorisiert. Es gab Dinge und Menschen und Gelegenheiten, für die nahm ich mir Zeit.

Der Rest hat Zeit.

T-11

Haltung wahren

Ich frage mich derzeit, wieso ich nicht durchgedreht bin. Die Uhr tickt. Die Zeit wird knapp. Ich würde so gerne so viele Dinge noch machen, so viel herausfinden… Es wird nicht mehr gehen.

Und irgendwie ist das okay. Natürlich treibt mir allein der Gedanke, was da alles unfertig bleibt, die Tränen in die Augen. Natürlich fürchte ich mich vor dem Tag, an dem mein Chef meine Ergebnisse in der Luft zerreißen wird, weil es nicht die Methoden sind die er gewöhnt ist.

Aber es ist okay.

Ich hab das doch alles schon durch. Mehrfach. Und man lernt, damit umzugehen.

Ja, ich bin oft genug traurig, wie das alles gelaufen ist. Und wütend, weil ich so gar keine Unterstützung mehr erhalte. Und ängstlich, weil ich jederzeit mit einem neuen Seitenhieb rechne.

Ich spüre das dann. Ich lass das durch mich durch gehen, lasse es raus. Irgendwo, alleine. Und es tut weh. Sehr weh.

Aber es ist okay.

Ich hab das doch alles schon durch. Es gibt ein Danach. Es gibt einen Tag, an dem ist das alles vorbei. Es gibt einen Tag, da wird das alles von mir abfallen.

Und egal was dabei herauskommt, es ist überstanden.

Ich werde mit erhobenen Haupt rausgehen.

Und nicht mehr zurückschauen.

Nekromanten sterben nie

Als ich heute an einem Gerät Messungen gemacht habe, hatte ich nebenher etwas Langeweile. Auf dem dazugehörigen PC läuft noch Windows XP, das bedeutet, dort ist noch ein altes Roaming Profil von mir gespeichert, dass sich mit dem neueren Windows 7 Profil nicht synchronisiert. Ich ging in meine Profildaten und löschte alles was da noch so war, weil ich es ja eh nicht brauchen würde.

Da für jeden Computer beim ersten Login eine lokale Kopie des Roaming Profiles gespeichert wird, also für jeden ein Ordner mit seinem Login-Namen erstellt wird, konnte ich sehen, wer so alles an diesem PC gewesen war. Der ist nun mindestens 10 Jahr alt. Und es hat wohl nie jemand mal diese alten Profile gelöscht. Bei den PCs für die ich verantwortlich bin mache ich das regelmäßig, es ist ja sowieso nur eine Kopie und die Leute werden sich nie wieder dort einloggen.

Und da las ich all die Namen. Leute die ich kannte. Leute, deren Namen ich kannte. Leute, die ich gar nicht mehr kannte.

Und bald gehört mein Name dazu.

T-14

http://www.lastfm.de/music/Nosoyo/_/%28You+Were%29+The+Closest+To+Death

Die einfache Welt der @Vrouwelin

Heute hat Vrouwelin einen sehr schönen Beitrag zu Minimalismus gepostet.

Ich halte da sehr viele Dinge ähnlich und manche anders. Ich dachte ich schreib ein bisschen was dazu.

Ich bin in meinem Studentenleben mehrfach umgezogen und ich bin insgesamt drei mal mit jeweils zwei Koffern für mehrere Monate in ein fremdes Land. Da lernt man schnell, was es bedeutet, sich auf das Nötigste zu beschränken. Dass ich da wirklich anders bin als andere, merkte ich vor allem, als ich meiner Schwester bei ihrem Umzug nach Paris helfen sollte bei dem sich sich angeblich „auf das Nötigste“ beschränkt hatte. Mein damaliger Kombi war bis in die letzte Ritze vollgestopft.

Mit dem Umzug in die neue WG vor 3 Jahren hat sich mein Platz in der Küche extrem verkleinert. Von einem eigenen kleinen Kühlschrank musste ich auf ein Fach umdisponieren, von einem Ivar-Regal für Lebensmittel musste ich auf ein einzelnes Brett entschlacken. Und auch das Bad war plötzlich nichtmal mehr halb so groß.

Küche:

Ich kaufe kein Wasser. Da ich gerne Sprudel mag weil ich ein verzogenes Gör bin ich es erfrischend finde, habe ich einen Aufsprudler. Da kostet eine Patrone CO2 etwa 8 Euro. Das kommt, wenn man PET-Flaschenwasser kauft, auf das Selbe raus, dafür produziert man weniger Müll. PET-Flaschen werden nämlich nach der Benutzung geschreddert. Eine Ausnahme mache ich bei meinem Laster, Coke Zero. die ich aber immerhin weniger oft trinke.

Seitdem ich die Bio-Kiste habe, habe ich auch begonnen, frischer zu kochen. Da die Kiste Donnerstag kommt kann ich Freitag oder Samstag das Nötige noch zukaufen. Ich horte also nicht mehr Unmengen an Lebensmitteln und bis auf wenige Ausnahmen sind da keine Fertigprodukte dabei. Wenn ich fertiges Zeug kaufe dann meistens von Markständen die ihr eigenes Pesto anbieten oder so.

Wir haben auch nicht sonderlich viel Geschirr oder Geräte. Oder Putzmittel. Ich persönlich nutze für fast alles den Frosch Allzweckreiniger oder Essig. Ich habe allerdings ein Badspray. Ginge es nach mir würde ich das aber einfach mit selbstgemachter Lösung auffüllen.

Waschmittel:

Ich besitze ein Voll- ein Color- und ein Feinwaschmittel. Und zwar relativ teure, weil die die meisten Enzyme haben. Ich verbrauche wenig davon und ich nehme immer eine Antikalktablette mit dazu. Das spart Waschmittel – das Heidelberger Wasser ist sehr, sehr kalkig. Ich habe keinen Trockner aber auch keine Probleme mit steifen Handtüchern.

Badezimmer:

Ich habe ein Shampoo und eine Spülung. Mit Haarseife komme ich nicht klar, aber da ich nur die Sensitiv-Sachen benutzen möchte, haben so die meisten Werbungsattacken auf mich keinen Einfluss. Ich weiß ja auch dass das Zeug Rotz ist. So ist das Einkaufen übrigens auch sehr entspannt. Man hat eine kleine Auswahl. Ich brauche auch keine Kuren, ich nehme entweder etwas Öl oder gieße mir einen Joghurt über.

Ich benutze kein Duschgel und nur sehr selten Seife für den Körper. Ich habe einen Peelinghandschuh und einen Loofah-Schwamm mit dem ich mich abschrubbe. Das langt. Für die Hände nehme ich natürlich Seife, aber immer am Stück. Ich habe eine Pumpseife für Gäste, wenn die das möchten. Die hält bei mir Jahre.

Für die Gesichtshaut habe ich derzeit wieder die Salzseife von Waldfussel. Die ist toll. Als Creme kann ich nur fettfreie sensitiv Creme nehmen und daher bin ich da etwas eingeschränkt. Vielleicht mache ich das irgendwann mal wieder selbst.

Ich habe eine Bodylotion. Da ich aber sehr, sehr selten welche brauche hält die auch ewig. Nur jetzt im Winter muss ich immer mal wieder cremen. Die Reste der Creme kommen in die Haarspitzen, dann werden die auch gepflegt.

Ich mag meine Männerrasierer. Die sind leider Einweg. Aber wieder ist da die Lebenszeit viel länger, da ich die Beine meistens epiliere.

Ich habe außerdem ein kleines Makeup-Täschchen, das ich kaum verwende. Aber manchmal eben doch. Darin sind Foundation, Puder und Mascara. Ich ersetze den Mascara aber meistens dadurch, dass ich mir die Wimpern regelmäßig färbe. Die sind sowieso sehr lang und brauchen keinen extra Push. Es spart Zeit und verschmiert nicht.

Ich mache bei Klopapier übrigens keine Kompromisse. Wer den ganzen Tag das graue Fisselbilligzeug verwenden muss, der weiß warum. Feuchtes Klopapier braucht übrigens kein Schwein. Das nehme ich höchstens zum Zelten mit um mir zwischendrin die Hände zu „waschen“.

Nachdem ich neulich gesehen habe, dass es jetzt kleine Plastiktütchen zum entsorgen von Tampons gibt – weil man die ja nicht eh in eine Plastiktüte wirft – überdenke ich auch hier mal wieder meine Gewohnheit. Wiederverwendbares geht aber erst nach der Laborzeit.

Mein Zimmer:

Ich habe keinen Fernseher, keine Konsole, wenig Gadgets. Ich besitze einen richtigen Computer, der einst zum Gaming gedacht war. Leider arbeite ich zuviel. Aber der Bildschirm ist groß genug um mal via Internet fernzusehen und die Boxen sind gut genug für Musik und mit der kabellosen Tastatur kann ich ihn auch „fernbedienen“.

Es gibt in meinem Zimmer wenige Dinge, die reine Deko sind. Ich habe die Leidenschaft, in jeder Stadt die ich besuche eine Andenken zu kaufen. Meistens mit dem Wahrzeichen dieser Stadt. Das mache ich seitdem ich mit 12 in New York war. Andere Dinge die größtenteils gut aussehen erfüllen zumindest einen weiteren Zweck: Kalender, Pflanzen, Gläser in der Glasvitrine, ein paar Kerzen und Lampen. Man schenkt mir allerdings recht viele Kuscheltiere, die kann ich beim besten Willen nicht wegschmeißen.

Kleidung:

Ich möchte hier gar nicht die Menge reduzieren. Ich möchte es einfach haben. Ich sortiere gelegentlich alte Socken aus und kaufe ein großes Pack neue. Schwarze. Immer die gleichen. Na gut, die einen sind hoch, die anderen sind Füßlinge. Das erspart mir nerviges sortieren.

Ich kaufe auch immer wieder die gleichen Jeans, weil es mir zu anstrengend ist andere zu suchen. Es gibt sie mittlerweile in drei verschiedenen Farben.

Für die Arbeit trage ich meistens eh T-Shirts, wenn es kühl ist habe ich auf der Arbeit eine Strickjacke.

Keine meiner Klamotten werden gebügelt. Mein Mitbewohner hat zwar ein Bügeleisen, aber das nutze ich nicht.

Mann, dass ist mein längster Beitrag bislang. Ich merke, dass ich dringend ausmisten möchte. Und wo ich gerade wieder Kompromisse gemacht habe, denn derzeit gibt es bei mir doch auch mal Fertiggerichte und ich habe auch schon Salat aus der Tüte gekauft. Der Untergang des Abendlandes bricht an!