Musik

Giving Thanks

Heute ist in Amerika Thanksgiving. Ich habe zwei Mal Thankgiving in den Staaten gefeiert und seit Jahren will ich das mal hier in Deutschland feiern. Letztes Jahr habe ich es immerhin geschafft, jemanden zum Truthahnessen einzulagen, auch wenn es nur eine Keule war.

An Thanksgiving feiert man in Amerika relativ unreflektiert die Ankunft der Founding Fathers feiert, die eigentlich eine komplette Katastrophe war und eiiiiniges über die amerikanische Mentalität erklärt. Doch einige nutzen den Tag auch zur Besinnung. Es ist ein Familienfest und es geht darum, dankbar zu sein.

Für was bin ich eigentlich dankbar?

  •  Meine Eltern, die mich von Anfang an unterstützt haben. Die Maxime war immer, wenn man investieren kann, dann in die Köpfe. Daher war es nie eine Frage ob ich studieren würde oder ob sich ein Auslandsaufenthalt lohnen würde.
  • Und meine Schwestern. Die einfach toll sind.
  • Meinen Freunden, die es nicht übel nehmen, dass ich mich mal Ewigkeiten nicht melde. Die aber mit mir leiden und sich mit mir freuen.
  • Die paar Menschen, die ich gerade dauerhaft ertrage, die mir zuhören, auch wenn sie es satt haben.
  • Meine Kollegen, die mir in den letzten Jahren einiges erleichtert haben.
  • Die vielen inspirierenden Gesprächspartner der letzten Wochen. Gerade heute oder letztes Wochenende.
  • Diese komische Twitter- und weitere Internetcommunityrasselbande, die da meinen ein oder anderen Rant erträgt. Und der eine, der mir sogar Durchhaltegeschenke geschickt hat. 🙂
  • Meine Wohnung, zusammen mit meinen nicht immer einfachen aber doch lieben Mitbewohnern
  • mein treues Fahrrad und seine Hydraulikbremen, denen ich und andere ihr Leben verdanken
  • Meine vielen Erfahrungen im Ausland
  • Diversen Buchautoren wie Erich Kästner, Terry Pratchett und Sergej Lukianenko
  • Diversen Musikern, die es schaffen mich aufzumuntern
  • Den Podcastern, die Zeit und Muße investieren damit das pipettieren nicht so langweilig ist
  • Und schließlich allen die das hier lesen. Dass es jemanden interessiert was ich hier schreibe, das ist echt toll.

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T-23

Heute wieder ein Lied, diesmal eins was noch nicht lange auf meinem iPod ist. Aber es ist toll.

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Pain lies on the Riverside

Ich erinnere mich noch gut an ein Gespräch mit einem Ingressspieler, mit dem ich zusammen im Auto saß. Er fragte mich, was ich denn nach meinem Doktor so machen wollte.

Ich druckste ein wenig rum. „Ich überlege, noch einen PostDoc zu machen. Irgendwie fühle ich mich noch nicht so bereit für die große, weite, gefräßige Welt da draußen.“

„Papperlapapp“, sagte er. „Ich bin direkt nach dem Studium bei [*insert IT-Firma here*] eingestiegen. Klar glaubt man am Anfang, man sei noch nicht bereit. Aber dem ist nicht so. Man ist bereit, man weiß es nur nicht.“

Ich glaube, das ist ein weitverbreitetes Phänomen unter Doktoranden. Man war ja immer irgendwie behütet, man war ja immer irgendwie betreut. Mal mehr, mal weniger. Aus der Perspektive des Studenten sieht die Industrie aus wie ein großer Drache, der nur darauf wartet dich zu verschlingen. Und dann ist niemand da, der sich für dich einsetzt.

Vielleicht boomen deswegen diese Traineestellen so. Trainee klingt wie: „Wir nehmen dich nochmal an die Hand. Wir passen schon auf dich auf.“ Aber wie lassen sich Trainee und Doktortitel in Einklang bringen?

Ich glaube, es ist einfach wieder ein Sprung ins kalte Wasser.

Aber wenn du schwimmst wird dir warm.