Tod

Die Geschichte vom Dachs

Zum Tode des Mauszeichners Friedrich Streich gab es heute in der Maus sehr offensichtlich eine Planänderung. Zum einen wurde der Mauszeichner selbst – in feschen Schlaghosen der 70er – gezeigt, zum anderen zeigten sie die „Geschichte vom Dachs“, die sonst oft am Totensonntag gezeigt wird.

In der Geschichte ist der Dachs schon sehr alt und schwach. Eines abends schläft er ein und geht „den langen Tunnel“ mit einem hellen Licht am Ende. Als die Tiere des Waldes vom Tod des Dachs erfahren trauern sie den ganzen Winter über. Doch als sie Geschichten über den Dachs auszutauschen wird er für sie auf eine gewisse Art und Weise doch wieder lebendig. Er hat ihnen alles entwas beigebracht und wird so immer in ihrer Erinnerung bleiben.

Ich finde diese Geschichte, wie sie mit dem Thema Tod umgeht, sehr angenehm und liebevoll. Sie lässt viele Fragen offen, aber der Tod lässt nunmal viele Fragen offen. Und sie nimmt nicht die Angst vor dem Tod – wie soll sie auch? Aber sie weist einen Weg auf, mit dem Tod geliebter Menschen umzugehen.

Als ich noch sehr klein war, gerade mal 3, starb mein Opa. Das war meine erste Erfahrung mit dem Tod, danach folgte lange keine weitere. Bevor er starb habe ich ihn noch besucht, aber ich verbinde diesen Besuch nur noch mit großer Angst. Angst vor einem Menschen, der sehr, sehr krank war. Bei dem jeder wusste, dass es bald vorbei sein würde. Auch als Kleinkind habe ich das gespürt. Ich weiß noch, dass ich mich zwischen den Beinen meines Vaters verstecken wollte. Dass ich den Kuschelhasen fest umklammerte. Und dass er die Hand nach mir ausstreckte. „Du brauchst doch keine Angst haben“, sagte er,

Ich kann mich nicht mehr daran erinnern wie man mir erklärte, dass mein Opa nun tot war. Ich weiß aber, dass ich nicht auf der Beerdigung war. Und dass ich der festen Überzeugung war, dass die Engel ihn „geholt“ hätten. Ich fasste den Entschluss, dass ich, wenn die Engel mich einmal holen sollten, mich an der Dachrinne festhalten würde damit ich hier bleiben muss. Und ich fragte mich, wieso ein kluger Mann wie mein Opa das nicht getan hatte.

Heute ist diese Idee natürlich albern.